unter Regattasport

Am 14./15. September hat das Team DickeBank zum 4. Mal an der Pott-Regattateilgenommen. Im letzten Jahr haben wir hier alles an Preisen abgeräumt, was die Gruppe zu bieten hatte und echt Party gemacht. Klar, dass wir dieses Jahr wieder dabei waren.

Das Flevo-Race mit seinen vielen Pannen lag noch nicht weit zurück und wir hatten uns vorgenommen, diesmal alles besser zu machen.

Wir haben uns bereits am Donnerstag getroffen, um die „Dicke“ von Lelystad zum Starthafen nach Enkhuizen zu überführen und dabei zu trainieren. Aber wie so oft in diesem Jahr schien die Sonne reichlich, ohne Wind.

So konnten wir nur mit der „Diesel-Genua“ üben.  Da wir auf 2 Positionen gewechselt hatten – Ronnie Vorschiff und Paul Genuatrimm – sind wir Freitagmorgen früher ausgelaufen und haben bei Winden um 16 kn noch einmal alle Manöver durchgefahren.

Beim Start zum ersten Lauf waren wir vielleicht etwas zu gelassen und haben lässig erst 3 Minuten vor dem Startschuss die Genua 3 setzen wollen – ja wollen– denn ein überdeutliches schmerzendes Geräusch von reißendem Stoff stoppte das kräftige Ziehen am Genuafall von Mathis und Kolja.

Der Keder vom Vorliek hatte sich im Einfädler verfangen und war ca. 1,5 Meter herausgerissen. Ich sprang nach vorne um den Schaden zu sehen – habe sofort die Nerven verloren und laut Sch… geschrien. Das Vorliek der Genau 3 war hin und das Umbauen auf die größere Genau 2 hätte zu lange gedauert – damit war der erste Lauf also schon mal verloren!!

Schon kamen die Erinnerungen an das Flevo-Race hoch – haben wir denn nur noch Pech?  Wieder aufgeben? Nein! Ganz vorsichtig die Genau 3 hochziehen, gut durchsetzen und hoffen. Wir wollten es zumindest versuchen und gingen mit 2 Minuten Verspätung über die Startlinie. Mit nur 2 Wenden ging es wie auf rohen Eiern zum Luvfass, wo wir endlich den Spi ziehen und dann die Genua 3 gegen die Genua 2 wechseln konnten.

Glück gehabt und zudem flaute der Wind ab und wir hatten beim nächsten Up-Wind mit der G2 die ideale Besegelung.  Kaum zu glauben, dass wir mit 3 Sekunden auf den ersten Platz diesen Lauf fast noch gewonnen hätten! So nahe kann Glück und Verzweiflung beieinander liegen, und es lohnt sich 3 mal zu überlegen, ob man aufgibt. Der 2. Lauf war unspektakulär und wir wurden erneut zweiter.

Abends dann wieder die einmalige Atmosphäre in Enkhuizen bei schönstem Wetter mit Stegbier und Klönschnack, so dass wir einfach nur gut drauf sein konnten. Rainer Brockerhoff mit seiner Heaven 77 Crew war auch wieder dabei.

Beim Langschlag rüber nach Lelystad am nächsten Morgen waren wir jedoch wieder hellwach, erwischten aber trotzdem nicht den besten Start und gingen als 4. Schiff der Gruppe über die Startlinie.

Wir waren das zweitschnellste vermessene Boot der Gruppe und mussten deshalb unbedingt vorne segeln, um was zu gewinnen. Am Ende der Startkreuz konnten wir uns zunächst vor die Right Now schieben und dann kurz nach der Luvtonne durch ein sehr gelungenes taktisches Wendemanöver die Himmelblau kassieren. Und diese Position haben wir dann bis ins Ziel erfolgreich verteidigt.

Aber auch beim letzten Up and Down Lauf fanden wir letztlich kein Rezept gegen die Melges 24 von Werner Rachmann und beendeten auch diesen Tag mit zwei zweiten Plätzen. Damit hatten wir jetzt 4 x den 2. Platz gesegelt! Wir waren mit unserer Team-Leistung sehr zufrieden und echt gut drauf. Es fiel leicht, sich einzugestehen, dass wir gegen die Melges 24 bei diesen Windverhältnissen einfach nichts ausrichten konnten.

Die Crew der Melges wußte, was sie tat und ist super gesegelt. Mir ist jedoch auch die Frage in den Kopf gekommen, ob es wirklich möglich ist, zwei so unterschiedliche Bootstypen gerecht zu vermessen und damit vergleichbar zu machen.

Wenn Ihr die Bilder der Dicken mit der Melges vergleicht, werdet Ihr verstehen, was ich meine – auf der einen Seite die Dicke, ein „Schiff“ mit 11 Tonnen Kampfgewicht und da die Melges,  eine 900 kg schwere Kieljolle. Aber diese Frage hat uns nicht lange beschäftigt.

Die Party am Abend war wieder eine richtige Party und viele neue Kontakte wurden geknüpft. Als Ansgar Schölgen zu fortgeschrittener Stunde dann sagte „Der Pott ist wie die Menschen im Pott“ hatte ich das Gefühl, dass man die Atmosphäre der Regatta nicht treffender hätte beschreiben können.

Vielleicht fühlen wir uns deshalb hier so Zuhause. Mir kam wieder der Gedanke, dass dies ein tolles Event wäre, um unser Absegeln 2019 mal im Rahmen der Pottregatta auszurichten. Hier segelt die ganz Spannweite der Pott-Segler – von Charter, Familiencrews und Double Handed in der Yardstick – Klasse bis zu den noch engagierteren ORC Seglern mit voller Crew.

Die Jungs vom Pott haben ein Abo auf gutes Wetter und um die Party brauchen wir uns auch nicht zu kümmern, sondern nur mitmachen! Team DickeBank wird auf jeden Fall versuchen 2019 wieder dabei zu sein!

Liebe Grüße

Wolfgang Doczyck

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