Rügen, das etwas andere Revier

Törnbericht 2021 Sportina 680 „Bijou“

Endlich war es soweit und unsere kleine Bijou (Sportina 680; 23 Fuß) durfte wieder raus aufs große Wasser. Nachdem wir im letzten Jahr 3 Wochen in Friesland unterwegs waren sowie im Herbst noch die Schlei unter Segel erkunden durften, wollte Bijou jetzt unbedingt Richtung Ostsee und im besten Fall sogar die Insel Rügen umrunden. Wir konnten uns den Wünschen der kleinsten Langfahrtyacht der Welt nicht widersetzen und es ging dann wie geplant in der Nacht vom 3. Juli 2021 Richtung Greifswald.

Um 8:00 morgens standen wir bereits am Kran. Die Nacht durchzufahren war eine gute Idee. Dennoch benötigten wir immer noch 9 Stunden und waren ganz schön müde. Das Einkranen beim Yachtservice Wilke ging superschnell und der Hafenmeister war richtig nett. Nun nur noch eine freie Box auswählen und das Abenteuer konnte beginnen.

Dies war dann schon der Zeitpunkt, an dem wir sahen, dass hier doch alles etwas anders als in Friesland war. Es schien hier keine kleinen Schiffe zu geben 😃. Die zugewiesene Box war dann in etwa 14 Meter lang, was bei 6,8 Meter Bootslänge doch ganz beachtlich war. Daher waren wir froh, dass wir damals etwas überlange Festmacherleinen gekauft hatten (14 m). Also Schlinge einknoten, Leinen über Kreuz legen und Bijou war gesichert. Für Gespräche mit den Bootsnachbarn musste man irgendwie immer den Kopf in den Nacken legen. Aber egal, im Herzen waren wir riesig und bereit, dieses große Revier zu erobern.

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Am ersten Segeltag ging es dann um 11:00 durch die Wiecker Brücke und mit wenig Wind auf den Greifswalder Bodden, welcher wirklich groß ist. Nach 3 Stunden rumdümpeln haben wir ganz unauffällig mal den Torqeedo dazugeschaltet und segelten von nun an mit 2-3 Knoten Richtung Stahlbrode. Kurzentschlossen wurde der kleine Hafen in Puddemin angelaufen, welcher in einem beeindruckenden Naturschutzgebiet liegt.  Wir haben reichlich Sonne abbekommen und die ersten 16 sm hinter uns gebracht. Jetzt noch Cordon Bleu mit Kartoffelsalat und ein Bier. Der Törn fing schon mal prima an.😃

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Am nächsten Tag ging es dann schon Richtung Stralsund. Aber vorher sollte noch geankert werden. Eine Nacht unter Anker hatten wir uns auf jeden Fall vorgenommen. Also suchten wir uns eine Ankerbucht am Deviner See aus. Hier lag kein einziges Boot und ich wusste auch, warum. Selbst mit aufgeholtem Kiel auf TG 1 Meter hatten wir Grundberührung, obwohl die Karte eher 1,4 Meter auswies. Egal, Plan ist nun mal Plan, also Kiel ganz hoch und weiter. Der Anker hielt wunderbar. Auf beiden Handys haben wir vorsichtshalber aber doch den Ankeralarm programmiert. In der Dämmerung kam noch ein Motorboot in die Bucht, welches sich anhörte, als wäre es früher mal ein Patrouillenboot gewesen. Irgendwie sah es unheimlich aus. Angenehm war dann, dass es bis in die hinterste Ecke fuhr und weit weg lag. Trotzdem neigt man dazu, mal mit dem Fernglas zu schauen, ob nicht jemand kommt 😃. Tatsächlich näherte sich dann am anderen Morgen ein Fischerboot, welches meinte, etwa 20 Meter neben uns die Angel einzuwerfen. Naja, der See war zwar 1 km lang, aber vielleicht war der Angler ja einsam.

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Nach einem ausgedehnten Frühstück auf unserem See (die anderen waren schon wieder weg) ging es dann nach Stralsund. Hier steppt der Bär und Liegeplätze sind rar. Schon vor der Ziegelgrabenbrücke gab es einen mittelmäßigen Stau. Wir konnten nach der Durchfahrt schnellentschlossen einen Liegeplatz ergattern und machten uns alsbald auf in eine sehr schöne Stadt, die sich wirklich lohnt. Historische Gebäude gepaart mit moderner Bauweise konnten bewundert werden. Und natürlich gab es überall Fischbrötchen zu kaufen, wovon wir gerne Gebrauch gemacht haben. Das Highlight war dann die Besichtigung der Gorch Fock 1, welche im selben Hafenbecken lag, nur 200m von uns entfernt.

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Am nächsten Morgen ließen wir es uns nicht nehmen, im Hafen eine Ehrenrunde zu drehen und mit Bijou die Gorch Fock im Abstand von 5 Metern zu passieren. Naja, sie war ja fest- gemacht😃. Heute sollte es wieder ein größerer Schlag sein. Hiddensee wurde angesteuert. Auf dieser Strecke ist es zwingend erforderlich, im Fahrwasser zu bleiben, da dieses steil ausgebaggert ist und von 2 m abrupt auf 0,5 m ansteigen kann. Da der Wind sich nicht so richtig zeigen wollte, sind wir tapfer etwa 9 Stunden gesegelt und kamen nach 21 sm endlich in Neuendorf an. Vorher hatten wir in Vitte festgemacht, mussten uns aber aus Platzgründen nochmal was Neues suchen. Eigentlich war auch in Neuendorf kein Platz frei. Bijou hatte aber keine Probleme, sich zwischen die Fischerboote zu setzen. Was soll ich sagen, ein Abend mit Fischern ist auch sehr amüsant.

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Hiddensee ist einen Hafentag wert und mit geliehenen Fahrrädern wurde somit am nächsten Tag die gesamte Insel erkundet. Nordspitze bis Südspitze sollte es sein. 2 Leuchttürme und wunderschöne Aussichten auf die Boddengewässer durften wir genießen.

So, nun stand der erste Teil der Umrundung von Rügen an. Also früh aufstehen und den richtigen Wind abpassen, um am Abend Glowe erreichen zu können. Mit einem relativ kleinen Boot muss dann alles passen, damit es auch funktioniert und dennoch Spaß macht. Dummerweise drehte der Wind und wir fuhren die ersten Meilen bei 3-4 Bft gegen an. Dies immer in der Hoffnung, an der Nordspitze auf halben Wind abfallen zu können. Der Wind frischte weiter auf und der Seegang wurde unangenehm heftig. Kurz vor der Nordspitze waren wir uns einig, dass Segeln doch Spaß machen sollte. Kurzentschlossen drehten wir wieder ab Richtung Süden. Mittlerweile blies es mit 5 Windstärken und unser Boot brach mit achterlichem Wind alle Geschwindigkeitsrekorde. Ein neues Ziel musste her. Also nochmals die Wetterlage gecheckt und Breege als neues Ziel auserkoren. Breege liegt in den inneren Gewässern und wir mussten in Höhe Seedorf (gegenüber Hiddensee) nach Backbord abdrehen. Dies waren zwar nochmals 16 sm, jedoch mit Halbwind und 5-6 kn Fahrt gut zu schaffen. Nach 26,8 sm und knapp 8 Stunden auf dem Wasser hatten wir uns eine Riesen- portion Spaghetti mit Hackfleischsoße verdient. Ich muss zugeben, dass der heutige Törn uns etwas geschafft hat. Aber was soll´s, bleiben wir morgen einfach mal im Hafen. Bestimmt gibt es wieder was Nettes zu sehen.

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Wo wir dann schon mal hier waren, sollte das nächste Ziel Ralswiek sein. Ralswiek liegt ganz im Süden des großen Jasmunder Boddens. Hier werden normalerweise die Störtebeker Festspiele aufgeführt. Leider fiel dies in diesem Jahr aus. Die Überfahrt war jedoch großartig. Im Jasmunder Bodden konnte man endlich mal wieder frei segeln, da es keine Untiefen gab. Herrlich, Windstärke 3, reichlich Sonne und sehr schönes Aufkreuzen über 12 sm in 4 Stunden. Nach dem üblichen Abendspaziergang stand das Endspiel der EM 2021 auf dem Programm (Italien – England). In W-LAN-Nähe zum Hafenmeister, einsam auf einer Bank mit Getränken bewaffnet, saßen wir dann mitten im Hafen und verfolgten das Spiel am Tablet. Nur ein paar Mücken wollten auch unbedingt dabei sein und zusehen 😃.

Am nächsten Tag herrschte Süd-Ost-Wind mit 4-5 Windstärken. Also war es möglich, einen großen Schlag nach Westen zu wagen. Ziel war Wiek, der nördlichste Binnenhafen. Mit achterlichem Wind schafften wir die Strecke von gestern in der halben Zeit zurück, um dann um 90 Grad nach Backbord den Weg Richtung Hiddensee zu finden. Der Wind drehte allerdings rück, so dass er auch auf diesem Kurs nahezu von hinten kam. Unsere Bijou fuhr durchgehend mit 5-6 Knoten durch die Wellen und ich ahnte schon, dass wir wieder umplanen mussten. So kam es dann auch. Nach Wiek Richtung Norden ging, als wir am Wieker Bodden angekommen sind, gar nichts mehr. Selbst unter Motor waren nur 1,5 Knoten drin und wir kamen gegen die sich mittlerweile aufgebaute Welle nicht an.  Also war wieder abdrehen angesagt und kurzentschlossen wurde wieder die Insel Hiddensee angefahren. 21 sm in 5 Stunden war ein sehr guter Schnitt. Die Fischer dort kannten uns ja  schon und waren sofort wieder behilflich. Da es bereits spät geworden war, gab es ein Mix aus Fischbrötchen, Mandarinenkuchen und Snacks von Bord als Abendmahlzeit 😃. Jaja, als Segler muss man auch improvisieren können 😃.

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Von nun an sollte es noch tiefer in die Boddengewässer gehen und wir spekulierten auf ruhigeres Fahrwasser. Also wurde am nächsten Morgen Barth im Barther Bodden (Fischland; Darß; Zingst) angepeilt. Das war natürlich wieder eine weite Strecke, welche fast durchgehend nur im Fahrwasser gefahren werden musste. Aber dann sollte es ja etwas ruhiger werden. Also wurden 27 sm im Fahrwasser unter Segeln zurückgelegt. Ich habe gefühlte 50 Tonnenpaare gezählt und wir benötigten 9 Stunden für die Überfahrt. 9 Stunden Pinne ohne Autopilot machten extrem hungrig und müde. Den ganzen Tag schien zudem die Sonne. Diesbezüglich hatten wir in diesem Urlaub wirklich Glück. Im Yachtclub Barth fanden wir sofort einen Liegeplatz und wir freuten uns auf „Ramjon“, eines unserer Lieblingsbootmahlzeiten. Ein wirklich toller Segeltag.

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Auch in Barth wurde nun ein Hafentag eingelegt und die Stadt erkundet. Diese Stadt war ebenso sehenswert und wir ließen es uns gut gehen. Abends gab es sogar noch Lifemusik und mal wieder Fisch. Ein riesiges Eis musste heute auch noch verdrückt werden. Das tat soooo richtig guuuut.

Nun sollte die Badesaison beginnen. Unser kürzester Trip führte uns hoch nach Zingst. Nach 5 sm wurde direkt wieder festgemacht und alles eingepackt, was man am Strand so braucht. Nach einer kurzen Stadtbesichtigung ging es dann bei 27° an den Strand. Tourismus pur gab es hier zu sehen. So viele Menschen hatten wir in all den Tagen davor zusammen nicht gesehen. Aber egal, wir fanden dennoch ein Plätzchen etwas abseits und konnten die Ostsee und den Strand genießen. Aber bleiben wollten wir hier nicht, da wir ja eher die Natur und die Ruhe suchten.

Deshalb ging es am nächsten Tag weiter nach Prerow. Um 09:45 wollten wir die Brückenöffnung der Meininger Brücke schaffen. Also war wieder mal früh aufstehen angesagt. Das Interessante an diesem Törn war der Prerow Strom. Ein ganz einsamer schmaler Strom, welcher sich immer wieder windet, führt durch ein Naturschutzgebiet westlich nach Prerow. Hier waren wir fast alleine unterwegs und in der Tat musste man bezüglich Tiefgang auch extrem aufpassen. Als Lohn fanden wir aber Ruhe und Natur vom Feinsten. Es kann allerdings sein, dass einem in dieser Idylle glatt mal ein Ausflugsschiff entgegenkommt, welches die halbe Strombreite einnimmt. Naja, ein kleiner Nervenkitzel hält einen wach 😃. Erstaunlicherweise lagen hier kaum Schiffe und wir konnten den Liegeplatz frei wählen. Auch hier wurden wieder Fahrräder gemietet und der Leuchtturm auf dem Darßer Ort  besichtigt. Baden und Strand waren wie gestern auch mit im Programm.

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So langsam müssen wir mal schauen, dass wir mit dem richtigen Wind auch wieder zurück- kommen, was ja einige Tage in Anspruch nimmt. Dies sollte aber kein Problem sein, da der Wind auf West drehte und wir somit direkt am nächsten Tag wieder Richtung Stralsund aufbrechen konnten. Also wieder um 8:00 los und diesmal mit dem E-Motor ganz leise durch den Prerow-Strom zurück Richtung Meininger Brücke. Wir hielten Ausschau, da man uns erklärte, dass man hier durchaus mal Robben sehen könne. Dies war dann leider nicht der Fall. Aber dafür gab es am Ende des Prerow Stroms dann eine Begegnung mit 2 Ausfahrtsschiffen gleichzeitig auf einer Höhe. Es blieb uns nichts anderes übrig, als den Kiel hochzunehmen und aus dem Fahrwasser rauszufahren. Ich hoffte nur, dass der Schwell uns nicht zu weit rausdrückte und wir irgendwo Landberührung bekamen. Am Ende ging dann alles gut und wir waren hellwach und pünktlich an der Meininger Brücke. Doch dies war nur der erste Abschnitt. Bis Stralsund waren es noch 25 sm und wir hatten nur 3 bis 4 Windstärken. Wir mussten also im Durchschnitt 4 kts Fahrt erzielen, damit wir wie geplant um 17:00 in Stralsund sind. Dies war erforderlich, um noch einen Liegeplatz zu bekommen. Wenn es zu langsam ging, musste der E-Motor mal zugeschaltet werden. Das war aber eher selten der Fall. Nun hieß es wieder Tonnen zählen. Und das sind sehr, sehr viele bis dorthin 😃. Nach 8 h 14 min hatten wir die 31 sm zurückgelegt. Leider ging der Plan mit dem freien Liegeplatz nicht auf und wir müssten uns zwischen eine dänische Yacht und einen Außensteg quetschen. Mehrfaches Rangieren war notwendig, bis es am Ende passte. Gut, dass wir noch den Benzinmotor hatten, sonst wäre es bei dem mittlerweile aufgefrischten Wind eng geworden. Nun freuten wir uns auf das obligatorische Fischbrötchen und natürlich auf ein Eis 😃. Am nächsten Tag blieben wir im Hafen liegen, da mal erneut 5-6 Bft angesagt waren.

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Nun war es Zeit, auch den südöstlichen Teil von Rügen zu erobern. Hier soll es tolle Klippen zum Wandern geben und natürlich den wunderschön gelegenen Hafen in Seedorf. Wir steuerten also als Nächstes den Hafen Gager an. Um 8:20 öffnete die Ziegelgrabenbrücke. Dann ging es südöstlich Richtung Greifswald den Strelasund zurück und einmal quer über den Greifswalder Bodden. Konstante 4 Bft aus WNW gaben genügend Vortrieb, wobei sich durch die lange Windwirklänge Wellen aufbauten, welche unserer Bijou zu schaffen machten. Am Ende blieb nur noch das Vorsegel stehen und die Wellen drohten immer wieder, von hinten in die Plicht zu schwappen. Nach 27 sm erreichten wir dann sicher den Hafen und mussten mit dem Heck an einer Mooringtonne festmachen. Knappe 7 Stunden waren wir unterwegs und sahen schon beim Einlaufen die tollen Klippen auf Steuerbord.

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Da wir die Walkingstöcke dabei hatten, war klar, was als Nächstes folgte 😃. Auf den Klippen angekommen, ließen wir uns nieder und beobachteten die anderen Schiffe bei Sonnenuntergang. Wieder ging ein großartiger Tag zu Ende.

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Wir hatten nun noch 4 Tage und mussten ja auch wieder zurück zum Ausgangshafen. Doch Seedorf musste laut den Informationen der Reiseführer noch sein. Dumm war nur, dass wir immer noch westliche Winde hatten, welche auch nicht abflauen wollten. Seedorf ist eigentlich nur 7 sm entfernt und es sollte nach der anstrengenden Fahrt von gestern nur ein kleiner Hüpfer werden. Laut Plan wollten wir 4 sm mit Motor gegen an und dann noch ein paar Meilen etwas segeln. Naja, wie soll ich sagen, die Ostsee ist einfach nicht mit Holland zu vergleichen. 1 Meter Welle mit einem 6,8 m Boot kann sehr unangenehm werden. Da uns das Boot also Leid tat, wurde der Kurs erst einmal Richtung Süden korrigiert und weit ausgeholt. Unter Segel lag Bijou ganz ordentlich im Wasser und wir näherten uns dem Ziel im Kreisbogen. Nach Umrundung einer alten Militärplattform hatten wir dann wieder achterlichen Wind und schwebten förmlich Richtung Seedorf. Wir fanden einen sehr netten Hafen vor und machten in einer Box zwischen den Großen fest. Da es gerade mal Mittag war, gönnten wir uns ein Zanderfilet mit schönem Blick auf den Hafen auf der Restaurant-Terrasse. Manchmal empfindet man im Leben eine absolute Zufriedenheit und fühlt sich einfach nur extrem wohl. Das war einer dieser Momente, an dem wir sehr davon überzeugt waren, alles richtig gemacht zu haben.

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Am nachfolgenden Tag frischte der Wind nochmal auf. Es waren zwar nur 4 Bft angesagt, jedoch schien es selbst in der geschützten Bucht schon mehr zu sein. Wir beobachteten eine 30er Yacht mit 2 jungen Frauen drauf, welche recht früh rausgefahren ist. Wir hatten gerade unser Frühstück vorbereitet und den Tisch in der Plicht gedeckt, da kam selbige Yacht wieder Hafen einwärts an uns vorbei. Die Frauen hatten plötzlich Schwimmwesten an und machten ein gestresstes Gesicht. Wir schauten uns nur kurz an und wussten, wir hatten extrem viel Zeit zum Frühstücken, da unser Boot den Hafen nicht verlassen würde 😃. Also gab es nochmal einen Hafen/Wandertag. Vorher musste ich aber noch beim Hafenmeister vorbei und sagte zu ihm: „Ich glaube, wir bleiben heute mal besser noch liegen“. Er erwiderte: „Ich glaube auch“ und nickte dabei grinsend, als ich nochmal für ein 6,8 Meter kurzes Boot bezahlte.

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Der letzte Segeltag war nun gekommen und dummerweise sollte es ab 10-11 Uhr wieder ordentlich blasen. Es blieb also nichts anderes übrig, als die Morgenruhe zu nutzen und um 6:00 morgens abzulegen. Irgendwie war es toll, sich so rauszuschleichen und ganz alleine in See zu stechen. Eine Stunde unter Motor gegen an war jedoch wieder notwendig, um in Position zu kommen und Segel setzen zu können. Dann ging es bei 4 Windstärken auf am Wind Kurs zurück nach Greifswald. Jetzt war nochmal ordentliches Segeln angesagt. Um 11:00 öffnete sich die Wiecker Brücke, welche wir mit Mühe und Not um 11:08 erreichten. Gut, dass erst die Gegenseite rausfahren durfte 😃. Um 11:15 lockte wieder eine riesige Box und dank der 14 Meter langen Festmacher legten wir nun extrem trainiert problemlos an.

3 Wochen zu zweit auf beengtem Raum lagen nun hinter uns. 236 Seemeilen legten wir in 79 Stunden Fahrzeit zurück. Und was soll ich sagen: „Wir würden es jederzeit wieder so machen, am Besten als bald als möglich“. Wir können dieses Revier nur empfehlen, auch wenn der Kurs durch die vielen engen Fahrwasser oftmals sehr von der Windrichtung bestimmt wird. Wer neben malerischen Segeltörns auch noch Abenteuer erleben möchte, sollte dies mit einem nicht allzu großen Kajütboot planen 😃.

Zum Schluss noch eine kleine Bildergalerie und die Törnübersicht, um in Gedanken zu versinken:

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