Odlic’no Hrvatska

Odlic’no Hrvatska – oder „die Kotelettshow“ ( jaja, sowas versteht man, wenn man der Landessprache nicht mächtig ist ….)

Wenn man mit einem Flohsack von zweiundzwanzig Seglern auf fünf Schiffen in Dalmatien in See sticht, kann man was erleben. So geschehen vom 06. – 13.09.2014 mit der Fahrtensegelabteilung des DUYC.

Am 06. 09. flogen wir von Düsseldorf nach Split, von wo uns ein Großraumtaxi in wenigen Minuten zum Yachthafen Seget bei Trogir brachte. Dort übernahmen die jeweiligen Crews ihre Schiffe und räumten in Ruhe ein, bevor wir unseren ersten Abend gemeinsam in der Altstadt von Trogir verbrachten.

Am nächsten Morgen ging der erste Schlag bei bestem Sonnenschein und später auch mäßigem Halbwind in die Bucht Vela Garska auf Hvar.

Eine wunderschöne Bucht, in der wir nach teils abenteuerlichen Dinghimanövern abends in der einzigen Konoba fantastisch bekocht wurden. Da das engagierte Konobateam auch reichlich landestypische Spirituosen im Angebot hatte, war der Morgen danach ein wenig kopflastig.

Diese Tatsache hielt uns indes nicht von der nächsten Etappe nach Vela Luca auf der Insel Korcula ab, die dank des ab dem frühen Mittag einsetzenden Windes auch aus diesem Tag einen Segeltag machte. Bernd und Martin hatten noch einen Platz an der Kaimauer ergattert, die anderen drei Schiffe lagen an Muringbojen und so wurden am Abend wieder die Dinghis mobilisiert.

Vela Luca ist ein nettes, unaufgeregtes Örtchen mit ein paar schönen Konobas, das wir dann am nächsten Morgen mit dem Ziel Korcula Stadt wieder verließen. Diesmal gabs leider keinen Mittagswind und so mussten wir leider ein paar Meilen unter Motor machen.

Das alte, malerische Korcula ist jedoch wirklich eine Reise wert. Treppauf treppab geht es hier durch enge Gässchen, hier liegt die hochwertige Badaustattung tonnenweise auf der Straße, denn die Riesenpflastersteine des geschichtsträchtigen Örtchens sind aus weissem Marmor. Wer sich hier ein bisschen Zeit nimmt, wird mit wunderschönen Aus – und Einblicken belohnt oder kann die stille Atmosphäre im Inneren einer der zahlreichen kleinen Kirchen geniessen. Auf einem der Wehrtürme der alten Stadtmauer befindet sich eine urige Cocktailbar. Man sollte im Überschwang jedoch nicht vergessen, dass man den Turm über eine Leiter wieder verlassen muss!! Am Abend schafften wir es tatsächlich, alle zusammen in einer winzigen Gasse in derselben Konoba zu Abend zu essen… Super!

Die Skipper schlugen in einer täglichen Besprechung jeweils das nächste Ziel vor, jedoch blieb jeder Crew selbst überlassen ob und auf welcher Route sie dorthin segeln wollte. So hatte jeder die Freiheit, mehr oder weniger Meilen zu machen oder unterwgs noch einen kleinen Badestopp in einer der kleinen Buchten einzulegen. Umso erfreulicher die Tatsache, dass wir uns doch nahezu jeden Abend im selben Hafen trafen.

Das nächste Ziel war Palmizana, eher ein Partyhafen, aber gut geeignet um von dort aus am Abend das Städtchen Hvar anzuschauen, das aber ebenfalls stark touristisch geprägt ist. Das Übersetzen von Palmizana nach Hvar mit einem Taxischnellboot gehörte wieder in die Kategorie Abenteuer!

Das Wetter für den nächsten Tag war nicht gut gemeldet und so kamen dann auch die Ölzeugsegler auf ihre Kosten. Angesichts drehender Winde mit extremen Windgeschwindigkeiten und hoher Welle war anspruchsvolles Segeln angesagt. Mit der Damenbrise wars vorbei, der Jugo sorgte für einen ordentlichen Adrenalinkick , denn jetzt wissen wir auch wie sich Wind anfühlt, wenn er in Hosen daherkommt….

Ich glaube, man kann sagen, dass wir am Abend dieses Tages alle ziemlich beeindruckt waren von diesen Naturgewalten. Die kleine Bucht Bobovisce, in die wir uns an diesem Tag verkrochen hatten, lag am nächsten Morgen spiegelglatt im strahlenden Sonnenschein vor uns, als wir uns auf die letzte Etappe zurück nach Seget machten.

Es gibt natürlich noch viel, viel mehr zu erzählen, an Episödchen und Seemannsgarn, Geschichten und Dönekes , aber der Seglerwinter kommt bestimmt und dann sitzen wir in gemütlicher Runde zusammen und träumen, und spinnen… und planen vielleicht schon die nächste Tour. Denn darüber waren sich alle einig: es war ein Supertörn mit tollen Leuten und gutem Zusammenhalt, wir wollen mehr Meer….

Bea Wissen

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