Die „Seewolf“ und das Meer

„Die dänische Südsee“ 08.10.2021 -14.10.2021

Eine Hallberg Rassy 31 möchte gesegelt werden. Diesem Wunsch komme ich mit Ella an meiner Seite natürlich gerne nach und freue mich auf ein neues Revier. Die dänische Südsee soll es sein, auf einem Boot, welches seine herausragenden Segeleigenschaften nun beweisen muss.

Aber fangen wir doch mal von vorne an:
Wenn ihr noch nicht in Flensburg gewesen seid, kann ich jetzt schon sagen, dass ihr etwas verpasst habt. Flensburg ist eine äußerst interessante und sehr schöne Stadt mit einem Museumshafen und einem wirklich traumhaft gelegenen Stadthafen. Überall herrscht reges Treiben und man findet für alle Altersklassen viele Sehenswürdigkeiten. Die Nähe zu Dänemark verlockt natürlich, andere Sitten und Gebräuche kennen zu lernen.

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Die Bootsübernahme am Freitagabend gestaltete sich problemlos und die Vercharterer waren sehr freundlich. Es handelte sich bei dem Boot um eine Eigner-Yacht mit voller Ausstattung. Selbst die Dieselheizung war schon an, damit die Gäste bloß nicht frieren mussten. Unser Gepäck nebst zwei Falträdern mussten wir aber dennoch alleine an Bord bringen 😃.

Am Samstagmorgen ging es dann los. Die Wochenplanung wurde morgens noch einmal überprüft. Die Windverhältnisse bestätigten, dass wir unseren Törn durch die dänische Südsee im Uhrzeigersinn absolvieren sollten. Über die ersten Tage hinweg würden wir uns also vorwiegend von raumen Winden anschieben lassen bzw. maximal auf Halbwindkurs unterwegs sein.

Bei 4 Bft. und Westwind ging es unter voller Besegelung durch die Förde Richtung Sønderborg.

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Die Fahrwasserbetonnung sollte gerade im Bereich der 180 Grad-Wende genauestens beachtet werden. Am kritischsten wurde es an der Tonne 6, welche auch liebevoll „Schwiegermutter“ genannt wird. Aus der Innenförde heraus in die Außenförde machten wir wunderschöne 6 kts, als dann auf der Backbordseite in der Ferne schon Sønderborg zu sehen war. Kurswechsel auf Halbwind wurde durchgeführt und es war nun auffallend, dass doch einige Boote diesen Weg eingeschlagen hatten.

Was nun kam, war klar: Optimaler Trimm, perfekte Segelstellung und Adrenalinanstieg. Die Regatta mit vier Schiffen war geboren 😃. Wir schlugen uns anfangs ganz gut und der Drift war tatsächlich nicht allzu groß. Dennoch schien die Hallberg nicht die schnellste zu sein. Eine 34er Hanse zog an uns vorbei und wir grüßten schön. Natürlich ließen wir uns nicht anmerken, dass wir zumindest versucht hatten, eher am Ziel zu sein.

Nach ca. 6 Stunden und 27 sm lag nun die Hafeneinfahrt von Sønderborg vor uns. Wie üblich mussten wir uns kurz orientieren, fanden dann aber mühelos einen freien Liegeplatz.

Da dies vorerst die letzte große Stadt sein würde und wir gespannt waren, was es nun in Dänemark angekommen zu sehen gab, wurden sofort die neu angeschafften Klappräder aktiviert und die Stadt erkundet. Dies war sehr lohnenswert, auch wenn es unerwartet hügelig war.

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Eine sehr schöne Hafenpromenade mit einigen Restaurants sowie die direkt angrenzend liegende Fußgängerzone luden zum Bummeln ein.

Am nächsten Morgen mussten wir durch die Hebebrücke Richtung Norden. Diese trägt den etwas eigenartigen Namen „Kong Christian X´s Bro“. Uns war nicht ganz klar, wie das Öffnen hier funktionierte. Internetrecherchen erklärten etwas von Schallsignalen zur Brückenöffnung oder aber Anfunken des Brückenwärters. Am Ende stellte sich heraus, dass man nur zu den bekannten Öffnungszeiten vor der Brücke kreisen musste und schwups, ging die Brücke auf 😃.

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Das Tor nach Dyvig war nun geöffnet und wir konnten direkt hinter der Brücke Segel setzen. Die  große Genua reichte, um genug Vortrieb zu bekommen. Schließlich hatten wir es ja nicht wirklich eilig.

Dank südlichen Winden mit 3-4 Bft. wurden wir erst mal wieder komfortabel angeschoben und erreichten relativ früh schon das „Als Fjord“. Nach weiteren zwei Stunden kam steuerbord querab die Einfahrt nach Dyvig in Sicht. Eine nette Halse und weiter ging es ausschließlich mit der Genua in den immer enger werdenden Schlund des Tyrannosaurus 😃. Schaut man sich die Karte an und hat etwas Phantasie, findet man sehr schnell die Ähnlichkeit mit dem Urzeitwesen.

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Kurz vor Dyvig wurde es dann richtig eng und kleine Fahrwasser-Spierentonnen leiteten uns Richtung Hafen. Rechts und links neben dem Fahrwasser konnte man locker den Boden sehen. Größte Vorsicht war geboten und natürlich war dieser Teil nur unter Maschine machbar. Eine Nachtansteuerung wäre hier absolut unmöglich.

Belohnt wurde die knifflige Einfahrt mit einer tollen Sicht auf das Hafenhotel im typisch dänischen Stil. Festgemacht haben wir dann auf Anraten von Freunden auf der gegenüberliegenden Seite, um diesen Ausblick genießen zu können.

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Da wir effektiv nur 12 sm zurücklegen mussten, war noch genügend Zeit, um abermals die Fahrräder auszuführen. Erkundet wurden die Städte Nordborg und Holm. Wir fanden neben einem Internat in einem alten Schloss sogar noch einen Sandstrand mit tollem Steg.

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Die Kombination Segeln mit anschließendem Radeln gefiel uns gut und nach erfolgreicher Bewegung freute man sich umso mehr auf das abendliche Kochen und das anschließende Essen in der Plicht.

Am nächsten Morgen war es dann soweit. Der 25 sm-Trip in die, so sagt man, „wahre dänische Südsee“ stand auf dem Plan. Als Zwischenziel auf dem Weg nach Marstal bot sich die super kleine dänische Insel Lyø an.

Der Wind hatte in der Nacht auf West gedreht und erfreulicherweise folgte er somit tatsächlich den Vorhersagen. Auf dem letzten größeren Törn bei Rügen hatten wir diesbezüglich ganz andere Erfahrungen gemacht. Es standen ebenso die zunächst angesagten 5 Bft. Wind an. Segel setzen war erst möglich, als wir den Fjord um ca. 10:30 verlassen hatten. Wieder einmal wurde entschieden, dass  die Genua genügte, mit der wir 5-6 kts. Fahrt machten.

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Der Tag hatte so einige Überraschungen parat, mit denen wir in dieser Größenordnung nicht gerechnet hatten. Zunächst machten wir wie erwähnt gute Fahrt und der anhaltende Westwind sorgte für eine achterliche Wellenhöhe von ca. 1,5 Meter. Die Hallberg lag dabei sicher im Kurs und der nahezu Langkieler machte seinem Namen alle Ehre. Die ersten 10 sm begleitete uns die Sonne und da wir das einzige Schiff in der Umgebung waren, konnte der Geist total runterfahren und man wartete darauf, irgendwann  vor dem Bug wieder Land erkennen zu können.

Die Situation ist sicher vielen bekannt und man vergisst ein bisschen, sich umzuschauen und die Wetterentwicklung zu beobachten. Irgendwann erwähnte Ella ganz beiläufig, dass es hinter uns doch arg dunkel werden würde. Plötzlich war ich hellwach und musste leider feststellen, dass sich ein Tief sehr schnell näherte. Und da wurde es auch schon nass von oben und der Wind frischte immer weiter auf. Die Genua musste sofort gerefft werden, was aber von Hand gar nicht mehr ging. Der Kurs wurde also angepasst, um den Druck etwas aus dem Segel zu nehmen, und die Bergeleine über die selbstholende Winsch gelegt. Somit war es möglich, die Genua auf die Hälfte reinzuholen. Wieder auf Kurs, machten wir immer noch 6 Knoten Fahrt und die Welle wollte nun von hinten in unser Boot einsteigen. Am Windmesser waren nun 35-37 Knoten abzulesen (7-8 Bft) und es musste ständig nachgesteuert werden, um das Boot auf Kurs zu halten. Nach ca. einer Stunde legte sich der Wind etwas auf 5-6 Bft und der Himmel klarte auf.  Jetzt konnten wir uns trocken legen und wieder etwas entspannen. Lyø lag noch etwa 8 sm entfernt. Etwas mehr Umsicht hätte uns den Überraschungseffekt erspart. Dennoch hätte sich an der Situation nicht viel geändert.

Lyø kam nun in Sicht und man konnte erkennen, dass die Hafeneinfahrt querab zu unserem Kurs hinter einer Landzunge lag. Dies gefiel mir gut und ich hatte die Hoffnung, dass die Hafeneinfahrt und natürlich die Liegeplätze entsprechend geschützt wurden. Also Segel runter und unter Maschine die Hafeneinfahrt angesteuert. Es ist immer aufregend, irgendwo anzukommen, wo man sich so gar nicht auskennt und das Wetter noch für  Unruhe sorgt. Tatsächlich lag die Hafeneinfahrt doch ca. einen Kilometer hinter der schützenden Landzunge und man sah schon von weitem, wie die Wellen gegen die Molen klatschten. Näher kommend war zu erkennen, dass die Hafeneinfahrt sehr schmal war und etwa 1,5 Schifflängen dahinter nochmals eine Mole quer lag. Würde man also die Hafeneinfahrt einigermaßen treffen, musste dann noch eine 90° Wende in den Wind hingelegt werden, um überhaupt ins Hafenbecken zu gelangen.  Weil der Wind noch kräftig von Steuerbord drückte, gab es also nur die Möglichkeit, mit entsprechend höherer Motordrehzahl die Hafeneinfahrt anzusteuern, da ja nur viel Fahrt durchs Wasser auch entsprechend notwendige Manövrierfähigkeit ergab. Jetzt hätte ich mir statt der Radsteuerung doch eher eine Pinne gewünscht, weil diese in einer solchen Situation doch direkter reagiert. Na gut, da mussten wir jetzt durch. Die Bugspitze tänzelte in Richtung Hafeneinfahrt und kurz bevor wir diese erreichten, wurde Ella doch sichtlich nervös. Ich nur innerlich, da man als Skipper ja schließlich nach außen die Ruhe bewahren muss 😃. Ich hielt mich in etwa einen Meter von der Steuerbordmole zur Fahrtrichtung entfernt, um nach Lee noch Ausweichmöglichkeit zu schaffen (dort waren es 2,5 Meter). Kaum war die Hallberg zu 50% drinnen, wurde Hartruderlage nach Steuerbord gelegt und das Heck schwenkte passgenau durch die Einfahrt.

Das wäre geschafft dachte ich. Jetzt nur noch Anlegen. Es waren kaum Schiffe im Hafen, so dass wir eine freie Platzwahl hatten. Doch das Problem der Hafeneinfahrt setzte sich im Hafen leider fort. Da wir es gefühlt immer noch mit 5 bis 6 Windstärken zu tun hatten, gab es in dem eher schlecht geschützten Hafenbecken ebenso Seegang und entsprechend Winddruck. Eine der vielen freien Boxen im hinteren Beckenteil zu nehmen, in dem wir ja nun gerade waren, wäre keine gute Idee. Der Wind würde seitlich zu sehr auf den Bug drücken und die Erfolgsaussichten hier einen halbwegs vernünftigen Anleger hinzubekommen, waren gar nicht gut. Auf die Frage von Ella, was wir denn nun zu tun gedenken, antwortete ich einfach nur „weiß ich gerade nicht, lass mich nachdenken“. Im vorderen Teil des Beckens sah es so aus, als wäre in der Reihe direkt hinter den Wellenbrechern zumindest kein Seegang. Dort mussten wir also hin. Dazu musste ich aber erst einmal das Schiff in der Boxengase gedreht bekommen. Rückwärts raus hätte wahrscheinlich nicht funktioniert, weil wir ja mit dem Langkieler gegen den Wind hätten rückwärts um die Kurve fahren müssen. Also drehte ich in einigen Zügen mit viel Geschaukel das Boot, bis wir in Fahrtrichtung standen. Dann wieder mit Schwung um die Ecke in den Wind Richtung Boxengasse im vorderen Bereich. Ich war nun guter Zuversicht, jedoch nur bis zu dem Zeitpunkt, als ich dort in der außen liegenden Box ein Boot quer liegen sah, und ein Mann vom Steg aus versuchte, vergebens mit der Vorleine den Bug zu drehen. Eigentlich dachte ich, es könnte ja jemand für uns die Leine annehmen, was sich somit dann auch erledigt hatte. So blieb nur noch eins, nämlich Selbstvertrauen. Also rein in eine Box, Luv Achterleine auf Slip, hörbare Ansagen von der Vorschoterin und entsprechend Gas, um das Schiff gerade gegen den Winddruck zu halten.    – Wir liegen, Abstand 30 cm, Vorleine über und fest. Achterleine korrigiert, Motor aus. 14:45, puhhh, geschafft, jetzt erst einmal hinsetzen –

Als das Boot gesichert war und alle Segel abgedeckt, machten wir uns auf, die kleine Insel zu erkunden. Wir besuchten das Zentrum, den Kirchplatz, die Einkaufsstraße und die Schule, welche sich alle in einem Umkreis von 100 Metern befanden. Eigentlich waren es nur vier Gebäude 😃. Ein Inselrundgang folgte zurück zum Hafen. Hier wohnen in etwa nur 100 Menschen. Übrigens: Im Jahr 1540 kamen die ersten Bauern zur Ansiedlung auf die Insel. Es waren 24 Bauernfamilien, welche nach einem fehlgeschlagenen Aufstand auf die Insel verbannt wurden.

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Zurück im Hafen angekommen, kamen auch noch unsere holländischen Freunde vorbei, denen wir halfen, die Mittelspring zu legen. Sehr beeindruckend zeigten sie uns dann, wie man ein etwas größeres Schiff ebenso über die Spring an Land ziehen kann.

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Am Abend wurde es milder und wir konnten den Sonnenuntergang genießen.

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Was für ein Tag. Jetzt kehrte erst einmal Ruhe ein. Wie gewohnt folgte direkt nach dem Abendbrot die  Planung für den nächsten Tag.

Am vierten Segeltag ging es dann zum Hauptziel Marstal. Marstal befindet sich an der südlichen Spitze der Insel Ærø. Etwas oberhalb liegt die ebenso bekannte Stadt Ærøskøbing, welche auch besucht sein will. Da wir beide Häfen in der kurzen Woche nicht schaffen würden, wurde entschieden, direkt nach Marstal durchzufahren.

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Die 22 sm schafften wir in ca. sechs Stunden. Der Weg in den Süden wurde durch viele Fahrwasser gesäumt und es war Aufmerksamkeit gefragt. Ansonsten zeigte sich dieser Teilabschnitt eher unspektakulär. Der Hafen in Marstal war riesig. Auch hier gab es nicht mehr viele Schiffe, die unterwegs waren. Wir legten an einem fast leeren Steg an und gingen relativ schnell wieder auf Erkundungstour, da neben Marstal auch Ærøskøbing noch auf dem Plan stand.

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Marstal mit den typischen Holzhäuschen am Strand.

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In Ærøskøbing, welches wir mit dem Fahrrad besuchten, war nicht viel los. Dies war wohl der Jahreszeit geschuldet. Zum Glück fanden wir noch eine geöffnete Imbissbude in der Nähe des Hafens, in der wir uns dann Hamburger und Fischfilet gönnten.

Im Dunkeln ging es dann zurück immer am Wasser entlang. Am Boot angekommen war ich sehr verwundert. Der Steg war immer noch leer, bis auf die direkt an unser Boot angrenzenden Boxen. Hier lagen plötzlich noch drei Hallberg Rassy´s Bug an Bug. Ziehen sich diese Boote magisch an? Wir kamen uns wie ein Teil einer kleinen Rassy Familie vor 😃.

Der nächste Segeltag (Donnerstag) sollte der längste werden. Da für Freitag 6 Bft. aus Westen angesagt waren, beschlossen wir den großen Trip Richtung Festland schon am Donnerstag bei 5 Windstärken zu absolvieren und direkt bis Minde durchzufahren. Da wir gegen ankreuzen mussten, kamen wir auf etwa 40 Seemeilen. Die Ausfahrt aus dem Hafen wurde auf 8:00 morgens festgelegt, da ich mindestens zehn Stunden für die Überfahrt kalkuliert hatte.

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Unsere Rassy Familie bekam uns also am Donnerstagmorgen gar nicht zu sehen,  da wir uns schon um 7:45 rausschlichen. An der Hafenausfahrt gab es dann ein Ständchen von einer Bigband. Ich versuchte Ella davon zu überzeugen, dass sie extra für uns spielten. Naja, die Argumente fehlten mir dann, als die Band genau vor einem nostalgischen Dreimaster anhielt und dort weiter musizierte.

Die ersten 5 sm wurden unter Motor und Autopilot zurückgelegt, da wir erst einmal Frühstück machen mussten, welches wir im Anschluss am Cockpittisch zu uns nahmen. Eine wunderschöne Aussicht bot sich uns. An Steuerbord der Blick auf  Ærø und ansonsten das offene Meer. So lieben wir es 😃.

Doch nun war Segeln angesagt. Beide Segel etwas gerefft und auf Maximum dicht geholt. Gegen ankreuzen war nun der Plan und wenn möglich im Hellen ankommen. So eine Strecke kann sich ganz schön hinziehen und man hat manchmal das Gefühl, nicht wirklich voranzukommen. Zumindest nicht in die Richtung, in die es gehen soll.

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Noch bevor wir am Leuchtturm „Kalkgrund“ in der Außenförde ankamen, wurde auf Maschinenfahrt umgestellt. Dies förderte nicht gerade die Stabilität des Bootes, jedoch brachte es uns auf direktem Weg Richtung Zielhafen. Bei leichter Dämmerung kamen wir dann im Hafen Minde an. Zuerst haben wir an der Tankstelle fest gemacht, da wir das Boot vollgetankt zurückgeben mussten.

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Heute wurde dann mal rückwärts in die Box eingefahren, da wir dies am nächsten Tag im Heimathafen auch so machen mussten und wir den Radeffekt etwas genauer austesten wollten. Tatsächlich ließ sich die Hallberg über Backbord kaum um die Ecke bringen. Der Radeffekt war so groß, dass man vor der Drehung auskuppeln musste. Der Einfachheit halber fuhren wir dann lieber über Steuerbord ein.

In den Abendnachrichten erfuhren wir, dass sich die neu renovierte Gorch Fock 2 gerade in Flensburg befand und am Freitagmorgen Richtung Kiel ablegte. Der Seewolf-Skipper machte somit den Vorschlag, wieder um 8:00 abzulegen, um der Gorch Fock im Fahrwasser Richtung Flensburg zu begegnen. Ein Augenrollen meines Segelbuddies überzeugte mich, dass nach der heutigen Überfahrt ein Ausschlafen auch nicht das Schlechteste wär 😃. Tatsächlich kam die Gorch Fock um ca. 9:15 an unserem Hafen in Minde vorbei. Leider habe ich sie erst um 9:25 aus der Ferne im Nebel von hinten entdecken können, als ich auf dem Rückweg vom Waschraum war.

Die letzte Etappe ging am Freitagmorgen zurück nach Flensburg. Das Wetter hätte besser sein können und die für heute angesagten sechs Windstärken entsprachen der Realität.

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Mit Wasser von oben und ordentlich Wind ging es um 10:45 im zweiten Reff zurück nach Flensburg. Dies waren lediglich 10 Seemeilen und um 13:30 erreichten wir den Hafen. Der Regen endete just, als wir fest gemacht hatten. Manchmal glaube ich, der da oben macht das absichtlich 😃.

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Da wir erst am Samstagmorgen die Schiffsübergabe hatten, blieb noch genug Zeit, alles Revue passieren zu lassen und den Törn ein wenig zu dokumentieren. Ein weiterer Besuch in Flensburg in den Abendstunden rundete unseren Kurzurlaub ab.

Dies war wieder ein wunderschöner Törn mit Eindrücken, welche man nicht vergisst. Die Hallberg Rassy 31 war ein komfortables Schiff und das Revier absolut passend auch für einen Wochentörn. Zu empfehlen sind auf jeden Fall die kleinen Inseln der dänischen Südsee mit ihren Holzhäuschen. Wer allerdings große Städte und Trubel sucht, ist in Sønderborg besser aufgehoben. Wir trafen nur auf nette Hafenmeister und können diesen Törn über 136 sm wärmstens empfehlen.

Für uns persönlich war es wieder ein Erlebnis und eine Bereicherung. Wie bei einigen anderen Hobbies ist es beim Segeln sehr wichtig, eine entsprechende Routine zu haben. Das Einzige, was noch besser ist, ist „noch mehr Routine“ 🤩.

Liebe Grüße

Ella und Heiko

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