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Die Regattasegler im DUYC berichten
Super Fight um die Niederländische Meisterschaft der FJ-Klasse! Altmeister Peter Wanders wankt unter den technischen und strategischen Finessen von Gregor Müller und Sabrina Gebl, aber er fällt nicht.
Ihr Lieben, so manches Mal wird ja behauptet, Segeln sei als Sport nicht telegen, aber was sich da im letzten Lauf der Niederländischen Meisterschaft der FJs zwischen Müller/Gebl und Wanders/Wanders abgespielt hat, war eines Hitchcocks würdig.
Aber der Reihe nach. 20 Boote hatten zur Niederländischen Meisterschaft der Int. FJ-Klasse gemeldet. Aus Duisburger Sicht vertreten waren Moritz Langschädel mit Neu-Vorschoterin Jessika Stiefken von der Bever sowie Daniel Krause mit bewährter Simone Kramer an der Vorschot, besagte Gregor Müller/Sabrina Gebl und unsere Wenigkeit.
Mit Vorschoter Robin Drießen konnte ich zwar erst am späten Abend des Freitags loszockeln, aber immerhin, als wir so um 12e in Workum ankamen und den Campingplatz inspizierten, wurden wir schon mit lautem Hallo von den Wettstreitern auf einer separaten Wiese begrüßt. Zelt aufgebaut, noch nen kurzen Schnack gehalten und ab in die Heia.
Am nächsten Morgen erst mal gar kein Wind und so ca. anderthalb Stunden unter Spinnaker raus segeln zum Startgebiet. Die Sonne brüllte. Aber kein Problem, der Wind drehte sich so langsam um 180°, als die Thermik die Oberhand gewann und es ließ sich ein moderates Rennen segeln. Für Robin das erste Mal so weit weg vom Land und auf der offenen See. Aber Wasser ist ja bekanntlich Wasser. Und sein Engagement wurde mit einem 12. Platz belohnt. Hurrah, so konnte es weitergehen.
Die Thermik aber war anderer Meinung. So langsam frischte der Wind auf. Auf freiem Gewässer wohl eher als bei uns, weshalb die Wellen zeitweise so gar nicht zum Wind passen sollten. Das änderte sich aber zunehmend. Zum Schluss wehte doch schon eine Respekt einflößende Vier, das wiederum passte dann sehr gut zu den Wellen. Robin hielt sich tapfer und wir fuhren trotz ungewohnter Bedingungen noch einen 13. und einen 14. Platz heraus.
Für Überraschung sorgten Moritz und Jessika, die sich im zweiten Lauf nur ganz knapp Greg und Bine geschlagen geben mussten und auf dem respektablen 3. Platz finishten.
Der erste Tag endete dennoch mit klaren Verhältnissen. 1,1,2 für Wanders/Wanders, 2,2,3 für Müller/Gebl. Rolf de Jong hatte sich mit Esther Potthuis erst nicht an den Wind gewöhnen können, legte aber im dritten Lauf schon mal ein Bullet hin.
So weit so gut. Der zweite Tag begann noch windärmer als der erste und, von der Startzeit her gesehen, auch um eine Stunde früher. Die Konsequenz: Der erste angeschossene Lauf musste nach einer dreiviertel Stunde abgebrochen werden, da sich die Thermik immer mehr gegen die übergeordnete Wetterlage durchsetzte und der Wind wieder um 180° drehte.
Den folgenden Lauf konnten Vater und Sohn Wanders die Nase noch vorn halten, obwohl Guido Sol mit Kristina Gründgen diesen Lauf überraschend für sich entschieden. Aber im nächsten Lauf verfuhr sich die Wanders-Familie, wurde nur fünfte und Greg und Bine gewannen. Der Mo meinte nun auch schon mal, noch vorwitziger werden zu dürfen und ersegelte sich schnurstracks mit Jessika den zweiten Platz.
Das war also die Voraussetzung für den finalen Lauf. Greg und Bine mussten vor den Wanderern finishen um gleichzuziehen, und ein Boot zwischen sie und sich bringen, um zu gewinnen.
Und die beiden waren schnell an diesem Wochenende. Peter Wanders bemerkte hinterher, in Punkto Bootsgeschwindigkeit hätte er nichts mehr entgegenzusetzen gehabt.
Also tief in die Trickkiste greifen, den bewegungslos an der Startlinie liegenden Greg attakieren, indem man sich in Lee positionierte und einfach nicht losfuhr zum Start. Tock, Kringel angesagt für Greg und Bine. Und die Wandersse ab durch die Mitte und davon waren sie. Unsere beiden Cracks hatten nun Wut im Bauch und hinterher ging es. Der Kampf wogte. Mein Vorschoter gab mir von nun an nicht mehr unsere Gegner durch, sondern nur noch, welches Boot von Beiden vorne lag. An der Halsentonne hakelige Manöver, Greg kann sich nach Lee davonschleichen. Die Wandersse bemerken das erst nach einer Weile und eilen durch das ganze Feld von ganz Luv nach ganz Lee, es half alles nicht. Gregor und Sabrina waren schneller. Und zum Schluss lag auch noch das geforderte Boot zwischen den beiden Kontrahenten. Sieg also auf der ganzen Linie. Oder doch nicht?
Regelwerke sind manchmal brutal. Nicht nur die gewonnenen zwei Plätze Differenz entschieden das Match, nein, völlig unbeachtet hatte der Altmeister Peter Wanders die Schlacht so verlangsamt, dass die erreichten 5. und 7. Plätze für Beide zum Streichergebnis wurden. Und das hieß, trotz dieses phänomenalen Kampfes war das Ergebnis vor dem Lauf das Ergebnis nach dem Lauf.
The winner is…… Peter Wanders.
Dieses Mal noch…..
Und was war mit den anderen Duisburgern? Na, erst einmal der Mo, der sich in die Herzen und auf Gesamtplatz 6 segelte.
Dann der Daniel mit Simone, die sich ungewohnt zurück hielten und den 9. Rang erreichten.
Robin und ich haben die sicherlich verrückteste Serie der Welt hingelegt, 12, 13, 14, 15, 16, 17, und zwar in dieser Reihenfolge. Im Pokerspiel wären wir mit dieser Straße belohnt worden, aber hier wurden wir damit Gesamt-16te. Das hat uns zwar nicht glücklich, aber zufrieden gestellt.
So war das auf der Niederländischen der FJs.
10.07.10/HJM
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