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Die Regattasegler im DUYC berichten
Duisburg Regatta Experience Tja, so schnell kann das gehen. Eben erst in den Verein eingetreten, die "Duisburg Sailing Experience" mit gegründet, schnell mal das Computergehirn der ersten Jugendveranstaltung geworden, und schon geht es zur Regatta.
Ja ja, liebe Freunde, zwei Jahre lang hat sich Gisa abgemüht, um mich alten Mann ein wenig ans Segeln heranzuführen, und ich finde, sie hat ihren Job ziemlich gut gemacht dafür, dass ich so störrisch und untalentiert bin. Jetzt liegt das Studium bei ihr in den Endzügen und Segeln muss noch mehr in den Hintergrund treten.
Für mich bedeutete das, diese Saison gibt es keinen gesetzten Vorschoter mehr. Was liegt da also näher, einen der Jungs aus der gerade erst gegründeten "Duisburg Sailing Experience" zu fragen, ob er die erste Int. FJ-Regatta des Jahres mit mir bestreiten möchte. Und wer ließ sich nicht lumpen? Der Mathis. Der hatte zwar noch nie eine Segelregatta bestritten, erst so ca. 20 min seines Lebens Leichtwind-Spinakker gefahren und sein Segelschein ist auch eher brandneu. Aber dazu sind wir von der "Duisburg Sailing Experience" ja angetreten. Erfahrungen sammeln und Erfahrungen weitergeben.
Einziges Problem: der rudert ja auch noch. Und war bis Karfreitag auf nem Trainingslager seiner Ruder-Freunde im Emsland. Also hieß es, Boot anhängen, nach Meppen düsen, den Mathis einladen und dann auf nach Gouda.
Den niederländischen Freunden sei Dank, für Unterbringung war gesorgt bei den mehr als gastfreundlichen Eltern der Lokalmatadorin Jos Guldemond. Ganz herzlichen Dank noch einmal an dieser Stelle dafür.
So ging es denn am Morgen des Ostersamstags nach stärkendem Frühstück an die Regatta. Und dann auch noch auf den Elfhoevener Plassen. Der normale Regattasegler ist ja doch eher olympisches Dreieck oder niederländischen Trapezkurs gewohnt, hier jedoch ist Strickmustersegeln angesagt. Auf dem See gibt es von A-K genau 11 Tonnen, und mindestens ebenso viele Inseln, um diese zu verstecken. Zu diesen 11 Tonnen gibt es so ca. 20 unterschiedliche, windrichtungsabhängige Kurse, die es möglicherweise abzusegeln gilt. Dazu treten zum Paashaswettstrijd ja nicht nur 12 FJs an, sondern auch noch so etwa 90 Boote anderer Kategorien. Also: Orientierungsfahrt unter erschwerten Bedingungen.
Für die FJs ist der Paashaswettstrijd die traditionelle Regattasaison-Eröffnung der niederländischen Segler. Trotz des relativ frühen Termins und trotz der lang anhaltenden kalten Witterung, die viele Holzboote noch unbearbeitet in die Scheunen und Garagen zwang, waren, wie gesagt, 12 Kombattanten vor Ort.
Am ersten Tag gab es schönen Eingewöhnungswind. Und wir hatten uns vorgenommen, viele Erfahrungen zu gewinnen, aber nicht auf Platzierungen zu achten. Und tatsächlich, trotz umständlicher Spinakker-Manöver und nicht eingespielter Abläufe an Bord, es wurden die Plätze 11 und 9 in den beiden ersten Läufen. Danach ab zur Mittagspause, der Verein liegt ja immer in der Nähe der Ziellinie. Die weiteren geplanten Läufe wurden dann aber nicht mehr angeschossen, denn es zog ein Gewitter auf, mit unstetigen Winden, und auch unser niederländischen Freunde haben inzwischen gelernt, dass eine vom Bootsführer unterschriebene Erklärung nicht automatisch einen Haftungsausschluss für den Veranstalter bedeutet.
Also schön gemütlich den Abend bei Guldemonds verbringen und am nächsten Morgen noch mal ran.
Es folgten zwei schöne Leichtwindläufe, deren Ergebnis ich durch grottenschlechte Starts verhunzt habe. Der Mathis aber lernt richtig schnell, so dass man auch schon mal Spinakker-Luvkämpfe mit ihm gewinnen konnte und es waren wieder Platz 9 und 11, die heraussprangen.
Über den Mittag frischte der Wind urplötzlich in Richtung 5 auf, so dass sich unser Bootsführer (also ich) entschloss, es nicht auf einen Prozess mit dem Veranstalter ankommen zu lassen, sondern den Hafen in aller Gelassenheit aufzusuchen. Wie gut, konnten wir doch nun den einen oder anderen Kollegen beim Kentern und Wiederaufrichten beobachten (ist ja auch ein Lerneffekt) und den Schaden bewundern, den eine Yngling in voller Fahrt anrichten kann, wenn sie einen Holz-FJ Mittschiffs trifft. Zu Eurer Information: Das Loch ist nahezu kreisrund, hat ca. 15 cm Durchmesser und kostete Ronald und Sonja die Chance auf den Gesamtsieg, der dann souverän von Thorsten und Enrico nach Hause gefahren wurde.
Alles in Allem ein lehrreiches und tolles Osterwochenende, für das ich dem Mathis noch mal recht herzlich danke.
 08.05.10/HJM
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