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News und Regattaberichte vom Jugendsegelsport
Meine erste Jugendeuropameisterschaft im Laser Radial in Charlottenlund in Dänemark vom 1.-8. Juli 2009 Nachdem ich im letzten August aus dem Opti in den Laser umgestiegen bin, habe ich schnell festgestellt, dass mir dieses Boot wirklich liegt. Auch wenn ich eigentlich immer noch zu leicht und klein bin - ich habe die Hoffnung auf ein paar cm mehr noch nicht aufgegeben -, konnte ich sofort auf den vorderen Plätzen mitsegeln. Trotzdem hätte ich nie gedacht, dass ich mich gleich im ersten Jahr für die Jugendeuropameisterschaft qualifizieren kann. Und das in einer für Damen olympischen Bootsklasse! Im Frühjahr stand es dann aber fest, sechs Mädchen durften nach Dänemark fahren und ich war als sechste gesetzt. Im Juni kamen noch sechs weitere Startplätze für deutsche Seglerinnen dazu, da nicht alle Nationen ihr Kontingent ausgeschöpft hatten.
So ging es dann am 26. Juni mit meiner ganzen Familie in Richtung Norden. Ich war zwar voller Vorfreude aber auch ziemlich skeptisch, ob ich wohl zumindest einigermaßen mit den anderen Seglern werde mithalten können. Ich sagte mir also: Keine Panik, ich genieße das jetzt und segel einfach mit Spaß, der Rest kommt dann von alleine!
Nach drei Tagen Vortraining mit mäßigem bis gar keinem dafür aber drehendem Wind bekamen wir schon mal einen Eindruck von den Verhältnissen auf dem Wasser. Nicht gerade einfach!
Als am Montag dann die Teilnehmerliste aushing, musste ich feststellen, dass ich mit gerade 15 Jahren nicht nur die Jüngste in der deutschen Mannschaft sondern auch jüngste Seglerin insgesamt war. Von 75 Teilnehmerinnen U19 fielen 20 auch in die U17 Wertung.
Nach der Vermessung am Donnerstag und der Eröffnungsfeier am Freitag ging es am Samstag endlich richtig los. Schnell mussten wir feststellen, dass das Starten zur Endlosprozedur wurde. Drei Startgruppen bei den Jungs und eine bei den Mädchen, dabei drehende Winde und Frühstarts brachten die Wettfahrtleitung an ihre Grenzen und zerrten an unseren Nerven. Mein erster Start ging total schief, da ich kurz vor dem Schuss mit einer Französin zwar an der Linie lag aber in einem Seegrasfeld feststeckte. Wir duften erst mal kräftig ernten und dann das Feld von hinten aufrollen. Ich war schon ganz schön überrascht, dass ich sogar noch bis ins Mittelfeld vorsegeln konnte. Schließlich konnten dort ja alle segeln und waren also nicht alle viel schneller als ich! Der zweite Lauf war echt cool. Mit Wut im Bauch und Seegras beim Start vermieden fuhr ich einen 6. Platz. Das lief ja viel besser als gedacht! An den nächsten Tagen wurde in Deutsch-Belgischer Runde mehr Karten gespielt und Trainer Adams Denksportaufgaben gelöst als gesegelt. Wir mussten jeden Morgen lange auf konstanten Wind warten. Neben Platzierungen im Mittelfeld fuhr ich leider auch einen BFD. Dann kam der Dienstag mit strahlendem Sonnenschein und bestem Segelwind (4-5 Bft). Statt zu segeln verbrachten wir aber die Zeit an Land, da Proteste gegen die Ergebnislisten liefen und somit die Fleets der Jungs nicht eingeteilt werden konnten. Das war einfach unglaublich! Um 17 Uhr ging es dann doch noch aufs Wasser. Wir Mädels sind endlich um 20 Uhr gestartet und kurz vor 22 Uhr wieder zurück im Hafen gewesen. Gut, dass es im Norden lange hell ist! Wir waren alle stinksauer, hungrig und müde. Mit Platz 34 unter diesen Umständen konnte ich dann sogar noch zufrieden sein. Zumal mir unmittelbar nach dem Start die bis dahin führende Amerikanerin mit Steuerbord über mein Heck gebrettert war und sich in meiner Großschot verfangen hatte. Bis wir uns auseinandersortiert hatten, ich musste die Schot neu einziehen, durften wir beide hinter allen herstarten. Also, den Tag am besten schnell vergessen!
Der nächste Morgen und letzte Segeltag begann ebenfalls mit ordentlich Wind. Die Ergebnislisten des Vortages passten, keine weiteren Proteste, es konnte gesegelt werden. Da wir Mädels am Vortag so spät dran waren, durften wir ausnahmsweise als erste starten. Nach einem wegen extremem Dreher abgeschossenen Start glückte mir noch mit Platz 12 ein super Lauf. Das Goldfleet der Jungs kam gut weg, Silber- und Bronzefleet brauchten Ewigkeiten zum Starten und wurden, nachdem die Goldenen schon wieder im Ziel waren, ohne Lauf in den Hafen zurückgeschickt. Das war kein schöner Abschluss für die Jungs. Danach wurde noch ein letzter lauf für uns gestartet. Der wurde leider am vorletzten Fass wieder wegen extrem drehendem Wind abgeschossen. Ärgerlich, da ich so kurz vor dem Ziel unter den ersten 15 lag.
Nach Siegerehrung und anschließender Fete sind wir Segler noch spontan als große Multikultigesellschaft durch die Kopenhagener Innenstadt gezogen. Das war zum Abschluss meiner ersten Euro ein echtes Erlebnis. Sport verbindet eben!
Abschließend kann ich als jüngste Teilnehmerin mit einem 38. Platz in der Gesamtwertung und einem 6. Platz in der U17 Wertung in meinem ersten Laserjahr sehr zufrieden sein. Ich war damit 3. deutsches Mädchen.
Hervorragende Ergebnisse erzielten die deutschen Segler Svenja Stein und Lukas Feuerherdt jeweils mit dem 16. Platz.

 05.08.09/Ann Kristin Wedemeyer, Laser, GER 193006
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