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Die Jugend im Duisburger Yacht-Club berichtet
Piraten unter sich – die Duisburg Sailing Experience im DUYC Fernseh-Talk- und Spiele-Shows erfreuen sich ja allgemeiner Beliebtheit. Auch für Kinder gibt es Beispiele. Der Tigerentenclub z. B. Aber ob man so was einigermaßen professionell im Clubrahmen hinbekommt?
Ideengeber war unser Takelmeister Thomas Schewe. Der träumte nämlich davon, unseren Opti-Kindern die Segel-Cracks unseres Vereins als „Leuchttürme“ zur Ausrichtung auf den Segelsport näher zu bringen. Schließlich hat der Duisburger Yacht-Club als Leistungsstützpunkt des SVNRW da ja so einiges aufzubieten. Aber dazu später mehr.
Aufgenommen wurde diese Idee von uns, den Jugendlichen der „Duisburg Sailing Experience“. So hatten wir uns ja mal sozusagen als Arbeitstitel genannt, und mittlerweile hat sich dieser Begriff für unsere Truppe wohl doch schon eingebürgert.
Also: erste Arbeitssitzungen. Da saßen wir nun. Robin und Mathis Driessen, Florian Wissen, Jan Kiel, Saskia Böttcher und Moritz Langschädel. Ok, einen Vorturner braucht es im Vereinsleben, den stellte HJM (=Hansjörg Majer) dar, einer muss ja die Verantwortung übernehmen, wenn was schief geht.
Schnell wurde klar, dass eine Talkshow alleine die Opti-Kids nicht vom Hocker hauen würde. Spiele müssen her, um die Kids zu begeistern. Ok, wie wäre es mit dem bekannten Fernsehspiel Risiko? Jaaa, Mathis ist der Meinung, so was könne er auf der Basis von Powerpoint programmieren, wenn nur die Themenfelder und die Fragen selbst aus unserem Kreise kämen. Schnell war klar, dass Ulli Finks Regelspiel eine gute Grundlage wäre. Kostenfrei, im Internet verfügbar und ohne Lizenz zu verwenden. Aber halt, da werden ja kleine niedliche Videos abgespielt. Das wird doch zu viel für Mathis, oder?
Zwei Wochen später gab es die erste Kostprobe und uns allen blieb die Spucke weg. Hey, der Junge kann was.
Also muss die nächste Sitzung her. Zwei Pinwände wurden mit Ideen voll geschrieben. Soll das Spiel zu Anfang oder zum Ende kommen? Oder gar zwei Spiele? Dazwischen muss Musik her, oder besser gleich musikalisch unterlegte Videos vom Segeln? Auf Youtube gibt es ja genug, aber auch Spannendes? Darf man das? Und wie soll die Bühne aufgebaut sein? Egal. Zunächst muss der Kontakt zu den segelnden Cracks des Vereines her. Jugendlich sollten sie noch sein, oder doch zumindest in der Nähe. Aber erfolgreich.
Schnell stand die Liste fest. Gisa Wortberg als Repräsentantin einer Amateurklasse, dem Int. FJ (Flying Junior) und dort mit zwei Weltmeister- und einem Europameister-Titel dekoriert, Imke Brockerhoff als Steuerfrau des derzeit besten deutschen Damenteams in der DSV-Kaderklasse der 420er und mit Ambitionen im 470er, Ann Kristin Wedemeyer mit Deutschen Jüngsten- und Jugendmeisterschaften in der Olympiaklasse Laser Radial und Annika Mathiesen, hoch dekoriert bei den Optimisten und Neueinsteigerin bei den Radials.
Unsere erste Kontaktaufnahme mit den Duisburger Vorzeige-Seglerinnen war mehr als ermutigend. Zwischen den so erfolgreichen Damen kein Zickenkrieg, zu uns Normalsterblichen waren sie freundlich, Menschen zum Anfassen, Leute wie Du und ich. Die konnte man den Opti-Kids wirklich präsentieren.
In der Zwischenzeit gingen die Vorbereitungen für die Show weiter. Das Bühnenbild musste gestaltet werden. HJM brachte seinen alten Messestand als Hintergrund, es fanden sich zwei Nebelanlagen und diverse, computersteuerbare Lichtanlagen, farbige Laser, verschiedene Computer und Laptops, Verstärkeranlagen. Ein riesiges Betttuch als Projektionsgrund für den Beamer, Spinakker als Deko und und und.
Schnell war klar, dass wir die ganze Sache unter ein Piratenmotto stellen wollten. Die Störtebekkers sollten in der Spieleshow gegen die Blackbeards antreten. Also mussten Team-Shirts her. Und ein Piratenschatz aus Esspapier-Euros und Schoko-Goldtalern. Aufgeteilt werden sollten die Spielgruppen in eine Mädchen- und eine Jungens-Gruppe.
Inzwischen wuchs das Spiele-Programm. Die Fragen wurden illustriert und Mathis setzte alles in ein professionelles Computerprogramm um.
Saskia begann, vier Einquadratmeter große Spielflächen zu malen, um ein „Schiffe Versenken“-Spiel zu kreieren. Dazu die Schiffe, Kanoneneinschläge in das Wasser und Versenkt-Symbole.
Erste Generalprobe. Ausgerechnet jetzt hat sich auch noch die Jugendwartin angesagt. Uuhps, So ganz unkontrolliert wollte der Verein uns also doch nicht auf die Kids loslassen. Na ja, wir waren der Meinung, alles sei noch sehr unrund, aber auf Seiten der Offiziellen schien alles gelungen.
Inzwischen hatte sich Jan beim Rodeln das Bein gebrochen. Und dabei hatte er eine wichtige Funktion. Er sollte Spielführer der einen Mannschaft werden. Damit die Kids sich auch auf die Spiele konzentrieren, wenn es drauf ankommt. Egal, ein echter Pirat kann das auch mit einem Bein, so seine Entscheidung. Nur für die zweite Mannschaft fehlte noch ein Spielführer. Kurzerhand wurde Pia Wedemeyer rekrutiert, die sich spontan zur Verfügung stellte.
Robin hatte sich inzwischen als Pirat komplett ausstaffiert. Er sollte die Kids als „Einheizer“ am Anfang direkt auf das Jubeln vorbereiten und wollte dies als waschechter Freibeuter tun. In der Probe noch etwas unbeholfen, aber mit erkennbarem komödiantischen Talent.
Flo (-rian) musste herhalten, damit alles auch auf Film gebannt werden kann. Alles war im Fluss.
Nur die Fragen an die Duisburger „Leuchtturm“-Damen wurden und wurden nicht fertig. Schließlich wollten wir unsere Seglerinnen ja nicht ins kalte Wasser werfen, sondern ihnen die Chance geben, sich auch auf die Antworten vorzubereiten.
Der Tag der Aufführung kam näher. Und damit stieg die Nervosität. Wird alles so funktionieren wie geplant?
Neuer Schock. Die Eltern sollten im Hintergrund die Möglichkeit bekommen, als Publikum mit dabei zu sein. Idee aus der Jugendabteilung. Nun musste die Show auch noch Erwachsenen-Ansprüchen gerecht werden.
Und was wäre, wenn sich nun gar keiner für unsere Show interessiert? Schließlich war Karnevalszeit. Und wir konkurrieren mit echten Profis.
Um 16 Uhr am Samstag war klar, wir müssen raus. 20 Kinder und sicherlich genau so viele Erwachsene waren da. Für uns ‘ne große Kulisse.
Licht aus – Wom. Spot an – Wom. Nebel auf Volldampf. Robin in vollem Ornat raus auf die Bühne. Ohne Holpern und Versprechen, die Kinder schreien und Stampfen. Puuh. Das ging ja schon richtig gut ab. Nun der alte Mann. HJM als Piratenkapitän. Soll den Faden aufnehmen, das erste Video ansagen. Kenternde 420er und Laser. Robin animiert die Kinder zum Jubeln. Danach das erste Problem, ein Computer steigt aus. Kurzes Intermezzo von HJM. Mathis und Mo kriegen die Sache schnell wieder in den Griff. Hat es einer gemerkt? Offensichtlich nicht und das Spiel kann beginnen.
Die Spielführer bewähren sich, alle Kinder sind voller Enthusiasmus bei der Sache. Gewinnen und verlieren Punkte. Zwischendurch gibt es schon den einen oder anderen Schokotaler.
Allerdings ist das Nachhalten der Punkte, das Bedienen des Spiels, die Lichtorgeln und Nebelanlagen zu viel für nur einen Mathis. Robin springt schnell ein und improvisiert. Alles festgehalten von Flos Kamera.
Nächste Video-Einspielung, nun ist alles im Fluss. Titel des Liedes: „Ich will niemals Erwachsen sein“. Dazu österreichische 420er-Segler auf Vorwind in Hyères.
Zum Einmarsch der Duisburger Segel-Stars gibt es Knicklichter in allen Farben für die Opti-Kids. Die gruppieren sich im Halbkreis um die Damen, die sich auf das rote Sofa setzen dürfen. Die Kinder haben die Fragen als Schnipsel in den Händen und fragen begeistert. Die Damen sind profihaft routiniert und gehen souverän auf die Kinder ein. Imke, Gisa, Anki und Annika, Ihr wart toll. Echte Vorbilder für unsere jungen Segler.
Mathis hat noch ein Video vorbereitet. Optis fliegen durch haushohe Dünungen. Kinder jubeln.
Dann das „Schiffe Versenken“-Spiel. Perfekt vorbereitet von Saskia. Die sich genau wie Moritz einbringt, den Kids die Finessen der Spielregeln erklärt.
Die Damen von der Störtebekkers gewinnen den Piratenschatz. Aber alle haben eines gelernt. Piraten teilen untereinander. Und es gibt keinen, kein Junge von den Blackbeards und kein Mädchen von den Störtebekkers, die nicht einen Blaubeer-roten Mund von den Esspapier-Euros haben.
Und Albert, unser Wirt, berichtet, dass so einige Piraten versucht haben, bei ihm mit Schokotalern zu bezahlen.
Ob die Veranstaltung ein Erfolg war? Es liegt nicht an uns, dies zu entscheiden. Das wissen nur die Opti-Kinder.
Aber gemacht haben wir es, die Duisburg Sailing Experience.
Und das sind: Mathis Driessen, Robin Driessen, Florian Wissen, Jan Kiel, Saskia Böttcher, Moritz Langschädel, Pia Wedemeyer und unser alter Mann HJM
Und wenn du dazu gehören möchtest? Kein Problem, Du solltest zwischen 14 und 20 Jahren alt sein, gerne mit uns in der Gruppe segeln, auch wenn Du noch kein Schiff hast, und ansonsten auch mal solche Events zaubern wie die Spiele- und Talkshow, von der wir hier und heute berichtet haben. Denn… das nächste Event ist längst in Planung.




09.03.10/Mathis, Robin, Flo, Jan, Saskia, Mo, Pia, HJM
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