Rund Bornholm 2005

 

Mal wieder ein etwas längerer Törn

Nachdem die vergangenen Jahre durch kürzere Törns in der dänischen Südsee geprägt waren, stand in diesem Jahr ein etwas längerer Törn an. In der Planung war eine Reise um Bornholm.

Gechartert wurde eine GibSea 51 mit zehn festen Kojen ab Heiligenhafen, die Crew bestand aus sechs Erwachsenen und vier Kindern zwischen 5 und 12 Jahren.

Die Übernahme

Alles in allem eine reibungslose Übernahme am frühen Vormittag, dann gegen 11 Uhr Leinen los und ab. Eins hätte uns schon in den ersten Stunden mißtrauisch machen sollen: Der Rettungskreuzer der DGzRS lag Standby vor Fehmarn.

Dazu aber später mehr.....

Erstes Ziel: Gedser

Der erste Tag wurde mit Ziel Gedser angesetzt. Schließlich müssen sich zehn Leute, davon vier Kinder, erst einmal wieder an einander und die See gewöhnen. Bei nettem Wind aus SW ging es relativ zugig voran und gegen abend stand der Windpark in der Bucht vor Gedser neben uns.

Schon ein gespentisches Bild, das zur Eile mahnte. Aber die letzten Meilen bis zur Ansteuerung zogen sich noch. In der Dämmerung kamen wir dann vor dem Hafen an und machten uns im letzten Licht an die Umfahrung der letzten Landzunge. Immer schön langsam und alle Tonnen sicher finden. Die vorgelagerterten Sandbänke machen die Einsteuerung nicht gerade leicht.

Uns allen wird klar, warum das Hafenhandbuch aussagt, dass die Einsteuerung in den Jachthafen nur tagsüber möglich sei. Meine Bitte: Glaubt es! Es stimmt.

Wie dem auch sei, der Hafen wurde mit dem letzten Licht angelaufen, am Steg war sogar noch ein Platz zum Anlegen längsseits frei. Bei dem von uns gecharterten Boot ist das Anlegen in Boxen gerade in dänischen Häfen fast unmöglich, denn 4,90m hat dort kaum eine Box in der Breite.

Aber egal, erst einmal ausschlafen und dann am nächsten Morgen weiter Richtung Klintholm.

Im Morgenlicht sieht die Ansteuerung richtig nett aus!

Beim Auslaufen passiert dann der Klassiker: Der Navigator sagt "immer am grünen Tonnenstrich lang und nicht zu früh abbiegen" und was macht der Steuermann daraus?

"Ja, ja, ich seh die Grüne!"

Nur leider die Falsche.

Aber glücklicherweise waren wir langsam unterwegs und der Untergrund ist sandig. Also mal kurz den Kiel im Sand gesäubert, rückwärts wieder raus und die richtige Tonne genommen.

An diesem Punkt zahlt sich mal wieder aus, wenn man auch vor Häfen nicht mit 5 Knoten unterwegs ist, sondern eher nervend langsam.

Also, weiter nach Klintholm, wir wollen Kreidefelsen sehen.

Die Überfahrt ist nicht der Rede wert, nur der Hafen ziemlich voll. Ab ins Päckchen, außen dran mit 51 Fuß an eine 44er, wird schon halten.

Tat es auch, am nächsten Tag blies es ganz ordentlich, so dass wir uns entschlossen, im Hafen zu bleiben. Geplant war der direkte Weg nach Bornholm und das war bei SW 5-6 einfach zu ungemütlich. Ausserdem wollten wir ja Kreidefelsen sehen. Der Bus fährt in etwa 300 Meter Entfernung. Was lag also näher, als den Hafentag mit einer Erkundung der Klippen zu verbringen.

An der Bushaltestelle trafen wir dann auf Bekannte von der Duisburger Sechs-Seen-Platte, die auch vorzogen zu wandern. Irgendwie hatte es ein bißchen was von einem Clubausflug.

Die Klippen sind wirklich lohnenswert, insbesondere vor dem Hintergrund der in der Tiefe segelnden Jachten. Denn nach rund einer Meile ist dann die Klippe zuende und damit gibt es keinen Windschatten mehr! Ungerefft zu segeln erscheint von oben besehen eher mutig. (Insbesondere wenn man bedenkt warum wir oben auf der Klippe stehen und nicht selbst segeln...) Aber sie werden es schon merken.

Der Ausflug hat sich wirklich gelohnt, sogar der anschließende (freiwillige) Fußmarsch von rund 6km ist schnell geschafft, denn die Gegend ist bei Sonnenschein wirklich schön anzusehen.

Jetzt aber los...

Und dann kam er dann, der Tag mit 3 Windstärken aus SW, also Leinen los und ab nach Bornholm. Ein war klar, wir fahren die Nacht durch. Also ruhig ausschlafen und erst gegen Mittag abgelegt, denn wir rechnen mit rund 5 kn Reisegeschwindigkeit und wollen morgens im ersten Licht in Rønne sein.

Ausserdem rechneten wir uns aus, dass wir so in der Abenddämmerung die Tiefwasserwege der Kadett-Rinne zu treffen und dann sauber queren können. Man sieht in der Dämmerung einfach besser, wohin die großen Dampfer so fahren.

Der Plan war gut, wir kamen wirklich in der Dämmerung an. Nur leider: kein Wind mehr und mit 1,2 kn durch die Fahrwege ist echt uncool. Die einzige Lösung: Motor an und durch.

Der Wind ließ immer weiter nach, die zweite Wache ab Mitternacht übernahm mit laufendem Motor und übergab mit laufendem Motor. Nicht wirklich ein seglerisches Erlebnis. Aber immerhin ein Astronomisches, denn es war sternenklar und finster.

Am Morgen kam dann mit der Sonne wieder etwas Wind auf. Schnell den Motor aus und weiter unter Segeln.

 

Frühstück in Rønne ab 10 Uhr

Beim Runden der Mole lag direkt ein schöne, breite Box vor uns, direkt im Wind. Einfach anlegen und Kaffee kochen. Und die Sonne spielte auch noch mit. Einfach super.

Die ersten Streifzüge in Rønne lassen eine schöne Stadt vermuten, die dann später zu Fuß erkundet wird.

Busfahren erwünscht

In Rønne machen wir einen Tag Pause und erkunden die Insel per Bus. Der Grund ist ganz einfach: Die meisten Häfen auf Bornholm bieten nicht gerade viel Platz für einen 51-Füßer. Und gerade unser nächstes Ziel, Svæneke sollte man eigentlich nur nach vorherigem Check durch den Hafenmeister anlaufen. Viel Platz ist da wirklich nicht.

 

Nächstes Ziel: Allinge im Nordosten von Bornholm