Zwei Tage in Allinge

Und dann ging der Törn doch weiter und zwar auf eigenem Kiel. Der Hafenmeister in Rønne ist ein echt netter Kerl, der für uns kurzerhand in Allinge nachgefragt hat. Ein kurzer Anruf dort und schon war klar, das der Hafenmeister nicht mit allzu viel Andrang rechnet und im Hafen ausreichend Platz sein wird.

Diesen Service versucht man zur Zeit überall auf Bornholm einzurichten, also ruhig einfach mal fragen. Überhaupt scheint Service und Dienst am Kunden groß geschrieben zu sein. Man reduziert sogar die Hafengebühr auf 50%, wenn der Gast an einer Befragung zur Servicequalität teilnimmt. Den Hafenbetreibern scheint wirklich ernsthaft etwas an der Meinung der Leute zu liegen!

Die Umrundung selbst ist wenig spektakulär, man segelt einfach an der K üste lang und kommt gegen Abend in Allinge an.


Der Hafen besteht aus zwei Becken, die offenbar nur noch selten für Fähren benutzt werden. Im äußeren Becken hat früher eine Shcnellfähre nach Simrishamn (Schweden) angelegt, diese ist aber nicht mehr aktiv. Laut Hafenmeister ist das Boot verkauft und verkehrt jetzt zwischen Stettin und Simrishamn. Scheint sich mehr zu lohnen.

(Ich hatte aus 1992 noch die Truppen betrunkener Schweden vor meinem geistigen Auge, die aus der Fähre fielen, die Toilette verdreckten und wieder abfuhren. Aber irgendwie ist es nicht schade drum.)

Die Fähre nach Christiansø ist noch aktiv und legt direkt in der Einfahrt an. Aber auch eher selten....

Im zweiten Becken liegt man gut im Windschatten der Häuser und kann von hier aus diesen Teil der Insel erkunden.

 

Ein ganz anderer Charakter tut sich im Norden von Bornholm auf, eher felsig mit Hügeln und einer alten Burgruine, die man gut zu Fuß erreicht.

Am interessantesten ist aber eigentlich der Weg zur Ruine. Es gibt zwei Wege: Die Straße über Sandvig oder irgendwie quer durch am Hammerfyr und den Kristallseen vorbei. Hier wurden offenbar früher Steine gebrochen, übrig geblieben sind zwei große Seen unterhalb eines hohen Abgrundes. Eine wunderbare Aussicht von hier bis zur Ruine, die auf dem nächsten Höhenzug liegt.

Der Abstieg führt dann zum kleinen Hafen Hammerhavn, der nicht zu empfehlen ist. Die aktuelle Windlage schiebt eine lange Dünung von fast einem Meter in den kleinen Hafen. Also lieber den Fußmarsch einplanen!

 

 
Und dann wurde es Zeit, an den Rückweg zu denken, zumal für die nächsten Tage ein abflauender Wind angesagt war. Also ging es zurück Richtung Westen, die Planung stand aufgrund der südwestlichen Windlage auf Südschweden. Wir wollten versuchen Ystad anzulaufen, da wir darauf setzten in dieser Stadt schwedische Kronen aus dem Automaten zu bekommen....
Also raus und rum um die alte Räucherei nach Schweden. Die Rückreise hatte begonnen.