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Berichte vom Fahrtensegeln

  • 2-wöchige Seereise Korsika / Côte d'Azur
     
    Die Sehnsucht nach Sonne, französischer Küche, gutem Wein und schöner Landschaft mündete in dem Entschluss, einen Törn ins Mittelmeer zu starten. Die Crew war schnell beisammen: Philipp Tullius als Skipper, Ute Tullius, Ute Marek, Erika Kessler und Günter Marek. Es wurde eine Dufour 38 Classic mit dem schönen Namen "Enez Vaz" (bretonisch) gechartert.
     
    Da wir nicht abergläubisch sind, begann die Anreise am Freitag, den 13.09.2002 mit dem Auto in Richtung Côte d'Azur. Nahe der Melonenstadt Cavaillon fanden wir ein schönes Hotel für unsere Übernachtung. Da es nicht mehr weit nach Toulon (unser Ausgangshafen) war, bummelten wir am nächsten Vormittag noch durch Aix en Provence, eine sehr schöne Stadt.
     
    Samstag Nachmittag, 14.9.02 übernahmen wir unser Schiff, und nach den üblichen Vorbereitungen hieß es: Leinen los in Richtung Insel Porquerolles bei mäßigem Wind. Der Motor half uns letztendlich, die Insel auch zu erreichen.
     
    Sonntag, 15.9.02 begann unsere große Fahrt nach Korsika bei anfangs leichten Winden. Später frischte der Wind endlich auf, und als Ute Marek um Mitternacht Geburtstag hatte, waren wir noch schlappe 7 Segelstunden von der Ansteuerungstonne "La Revellata" vor Calvi auf Korsika entfernt. Nachmittags war Bummeln und Schwimmen im warmen Meer angesagt.
     
    Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Zug quer durch die Insel nach Bastia. Die Landschaft ist einfach großartig. Auch Bastia gefiel uns. Der 18.09.02 brachte uns unter Segel, vorbei an rosafarben leuchtenden Granitfelsen in eine traumhafte Badebucht. Hier mussten wir einfach über Nacht ankern! Weiter ging es, über Calvi (Bunkern) in den Norden zum Städtchen Ille Rousse.
     
    Nach ausgiebigem Schwimmen geht es am 20.09.02 unter flauen Winden weiter in den Norden nach St. Florent. Hier nehmen wir Abschied von dieser aufregenden Insel und starten am 21.09.02 zu unserer Überfahrt ans Festland. Gewitter waren angesagt, und sie erwischten uns prompt abends ca. 22 Uhr. Das ging die ganze Nacht so. Dazu kam ein stürmischer Wind bis zu 7 bft.; etwa 3 Meter Welle und Kreuzseen machten die Nachtfahrt ziemlich ungemütlich. Als wir im Morgengrauen endlich Nizza vor uns hatten, gab es keinen Liegeplatz für uns. Nach ausgiebigem Schwimmen und 2 Stunden Schlaf auf Reede konnten wir endlich im Hafen von Nizza festmachen.
     
    Die Stadt Nizza wurde am Nachmittag und am nächsten Tag noch erkundet. Abends gab es ein ausgezeichnetes Menü in einem der zahlreichen Restaurants. Wir verließen Nizza am 24.09.02 und segelten die Côte d'Azur entlang, vorbei an Antibes, Cap d'Antibes (Schwimmen) nach Cannes. Abends bummelten wir auf der "Croisette", der Prachtmeile von Cannes.
     
    Bei gutem Wind segelten wir am 25.09.02 die wunderschöne Küste entlang bis nach St. Tropez. Dort bekamen wir Besuch. Philipps Sekretärin mit Mann brachten guten Rotwein und Käse mit an Bord. Nach dieser guten Unterlage schlenderten wir durch die Altstadt und ließen den Abend mit einem letzten Drink in der Altstadt ausklingen.
     
    Am 26.09.02 laufen wir aus mit Ziel Le Lavandou. Der Wind war gut, so dass wir den Hafen bereits am frühen Nachmittag erreichten. Beim späteren Spaziergang durch den Ort spendierte uns Günter köstliche Cocktails. Trotz Kojenschwere kamen wir nicht zum Schlafen. Der angesagte Sturm tobte die ganze Nacht. Zudem bekam Ute T. Gallenkoliken.
     
    Wir berieten uns am nächsten Morgen, was zu tun sei. Ein Segeltag stand uns noch bevor. Das Schiff musste bis 17 Uhr im Hafen Pin Rolland sein, um die Übergabe zu regeln. Ute T. wollte auf keinen Fall an Land auf uns warten. Also segelten wir bei stürmischem Wind los und pflegten Ute in ihrer Koje mit Tee. Am frühen Nachmittag erreichten wir unseren Ausgangshafen, Philipp fuhr mit Ute ins Krankenhaus von Toulon, und wir anderen machten inzwischen "Klar Schiff". Ute bekam Medikamente, die ihr schnell halfen. Nach allgemeinem Packen und Übergabe stand unserem Abschiedsdinner nichts mehr im Wege.
     
    Am Samstag, dem 28.09.02 verließen wir unser Schiff und traten die Heimreise an. 459,5 Seemeilen lagen hinter uns. Adieu schönes Mittelmeer und vielleicht "au revoir".
     
    03.01.03/Ute Marek

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